Viele lokale Unternehmen schreiben ihre Kunden nur an, wenn ihnen spontan etwas einfällt. Mal im März, dann wieder im November, dazwischen monatelang nichts. Dabei bietet das Jahr genug Anlässe, um regelmäßig und ohne Krampf in Erinnerung zu bleiben. Wer diese Anlässe einmal plant, hat für jeden Monat einen guten Grund für eine Mail. Hier findest du zwölf Anlässe für das ganze Jahr, passende Ideen für Studio, Praxis, Restaurant und Handwerk und eine Anleitung, wie du den Aufwand klein hältst.
Warum Anlässe besser wirken als Rabatte
Wenn jede Mail einen Rabatt enthält, lernen deine Kunden vor allem eines: zu warten, bis der nächste kommt. Das kostet Marge und macht dich austauschbar. Ein Anlass dagegen gibt deiner Mail einen Grund, der nichts mit Preisnachlass zu tun hat. Muttertag, Frühlingsbeginn oder die Öffnungszeiten über die Feiertage sind für deine Kunden relevant, ohne dass du etwas verschenken musst.
Dazu kommt ein zweiter Effekt. Wer regelmäßig von dir hört, vergisst dich nicht. Die meisten Kunden, die nicht wiederkommen, sind nicht unzufrieden. Sie haben dich schlicht aus den Augen verloren. Zwölf gut gewählte Mails im Jahr reichen, um das zu verhindern.
12 Anlässe für das ganze Jahr
Jeder Monat hat mindestens einen Anlass, der für fast jedes lokale Unternehmen passt. Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich du ihn nutzen kannst.
01
Januar
Neustart und gute Vorsätze
Ein Studio lädt zum Neustart-Termin ein, ein Restaurant zeigt leichte Gerichte, ein Handwerksbetrieb erinnert an die Wartung nach dem Winter.
02
Februar
Valentinstag
Gutscheine zum Verschenken, Tisch für zwei oder eine Paarbehandlung. Gerade Gutscheine verkaufen sich hier fast von selbst.
03
März
Frühlingsbeginn
Frühjahrsputz, neue Saisonangebote, Gartenarbeiten oder Fensterreinigung. Ein guter Anlass für alles, was nach dem Winter ansteht.
04
April
Ostern
Öffnungszeiten über die Feiertage, Osterbrunch, Geschenkideen oder freie Termine vor dem Fest.
05
Mai
Muttertag
Am zweiten Sonntag im Mai. Gutscheine, besondere Menüs oder Verwöhntermine. Rechtzeitig, also etwa zwei Wochen vorher, ankündigen.
06
Juni
Sommeranfang
Terrasse eröffnet, Sommerpflege, Klimaanlagen-Check oder Termine vor dem Urlaub sichern.
07
Juli
Ferienzeit
Betriebsurlaub ankündigen, Termine davor und danach füllen, Tipps für die Zeit unterwegs.
08
August
Rückblick und Danke
Ein persönliches Dankeschön an Stammkunden, ein kleiner Blick hinter die Kulissen oder das Team vorstellen.
09
September
Herbstanfang und Schulstart
Neue Saison, neue Kurse, Herbstmenü, Heizungs-Check oder Termine nach der Sommerpause.
10
Oktober
Herbst und Gemütlichkeit
Saisonale Angebote, Wildgerichte, Pflege für die kalte Jahreszeit oder Dachrinnen vor dem Winter.
11
November
Weihnachtsgeschenke vorbereiten
Gutscheine früh bewerben, bevor alle anderen es tun. Weihnachtsfeiern für Firmen buchen lassen.
12
Dezember
Weihnachten und Jahresrückblick
Last-Minute-Gutscheine, Öffnungszeiten zwischen den Jahren und ein ehrlicher Dank für das Jahr.
Tipp: Ergänze den Kalender um lokale Anlässe aus deinem Ort, etwa das Stadtfest, den Weihnachtsmarkt, ein Jubiläum deines Betriebs oder den Saisonstart im Sportverein. Solche Anlässe hat nur dein Ort, und genau deshalb fallen sie auf.
Anlässe unabhängig vom Kalender
Neben den festen Monatsanlässen gibt es Momente, die für jeden Kunden zu einem anderen Zeitpunkt kommen. Diese Mails laufen automatisch und sind oft noch wirkungsvoller, weil sie persönlich sind:
- Wiederkommen-Erinnerung: wenn der typische Abstand seit dem letzten Besuch erreicht ist, etwa sechs Wochen beim Friseur oder ein Jahr bei der Heizungswartung.
- Terminerinnerung: ein bis zwei Tage vor dem gebuchten Termin, damit weniger Termine ausfallen.
- Bitte um Bewertung: einige Tage nach dem Besuch, wenn der gute Eindruck noch frisch ist.
- Geburtstag: eine kleine Aufmerksamkeit, wenn der Kunde sein Geburtsdatum freiwillig angegeben hat.
- Jahrestag: ein Jahr seit dem ersten Besuch, verbunden mit einem kurzen Dank.
Wie du solche Strecken aufbaust und in welcher Reihenfolge, zeigt unser Beitrag zu den fünf wichtigsten E-Mail-Automationen. Für lokale Unternehmen ist die Wiederkommen-Erinnerung meist die mit der größten Wirkung.
So ist eine Anlass-Mail aufgebaut
Eine gute Anlass-Mail ist kurz. Sie nennt den Anlass, macht ein konkretes Angebot oder gibt eine nützliche Information und endet mit genau einer Handlung, etwa Termin buchen, Tisch reservieren oder Gutschein kaufen.
BetreffNoch keine Idee für Muttertag?
VorschauUnsere Gutscheine gibt es auch zum Ausdrucken.
Hallo Sabine,
am 9. Mai ist Muttertag. Wenn dir noch ein Geschenk fehlt: Unsere Gutscheine für eine Gesichtsbehandlung oder einen freien Betrag kannst du direkt online kaufen und zu Hause ausdrucken. Und wer selbst gern vorbeikommen möchte, findet im Mai noch freie Termine.
Gutschein kaufen
Das Datum, die Angebote und den Namen passt du natürlich an. Wichtig ist der Aufbau: Anlass, Nutzen, eine klare Handlung. Ein persönlicher Absender mit Name und Foto wirkt bei lokalen Unternehmen oft besser als ein Firmenlogo, weil deine Kunden dich ja tatsächlich kennen.
Den Aufwand klein halten
Der häufigste Grund, warum lokale Unternehmen keine Mails verschicken, ist Zeit. Der Betrieb läuft, das Marketing bleibt liegen. Mit etwas Planung reicht dafür etwa eine halbe Stunde im Monat:
- Einmal im Jahr planen: Setz dich im Dezember oder Januar eine Stunde hin und trag für jeden Monat einen Anlass und eine grobe Idee ein.
- Eine Vorlage für alle: Eine einfache Vorlage im eigenen Design, in die du nur Bild, Text und Button einsetzt.
- Vorab schreiben: Schreib zwei, drei Mails am Stück und plane sie im Tool ein. Dann laufen sie, auch wenn der Laden voll ist.
- Automationen arbeiten lassen: Erinnerungen, Bewertungsbitten und Geburtstage laufen einmal eingerichtet von allein.
Mit dieser Routine verschickst du jeden Monat eine Mail, ohne dass es sich nach Zusatzarbeit anfühlt.
Was du rechtlich beachten musst
Für werbliche Mails brauchst du grundsätzlich eine Einwilligung. Sammle Adressen deshalb über eine Anmeldekarte vor Ort, ein Formular auf deiner Website oder einen QR-Code an der Kasse, immer mit Double-Opt-In. Für Kunden, die bei dir schon etwas gekauft oder eine bezahlte Leistung genutzt haben, gibt es unter engen Voraussetzungen eine Ausnahme. Was genau erlaubt ist, steht in unserem Beitrag zu Newsletter an Bestandskunden ohne Einwilligung.
Zwei Punkte werden oft übersehen: Auch Bitten um Bewertungen können als Werbung gelten. Und Praxen aus dem Gesundheitsbereich müssen zusätzlich die Regeln ihres Berufsrechts und des Heilmittelwerbegesetzes beachten, die für Werbung deutlich strenger sind als für andere Branchen.
Checkliste zum Abhaken
- Für jeden Monat ein Anlass geplant
- Lokale Anlässe aus deinem Ort ergänzt
- Nicht jede Mail mit Rabatt
- Eine Vorlage im eigenen Design
- Jede Mail mit genau einer Handlung
- Persönlicher Absender mit Name
- Wiederkommen-Erinnerung eingerichtet
- Terminerinnerung gegen Ausfälle
- Bewertungsbitte nach dem Besuch
- Anmeldung vor Ort per Double-Opt-In
- Geburtsdatum nur freiwillig
- Mails mehrere Wochen im Voraus geplant
